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Lehre

Die Raumplanung hat sich in den vergangenen vier Jahrzehnten zu einer anwendungsorientierten Raumwissenschaft entwickelt. Sie befasst sich mit der Analyse und Steuerung der Raumstrukturen als Aktionsfeld menschlichen Handelns. Wie wenige andere wissenschaftliche Disziplinen vermittelt sie eine ganzheitliche, integrative Sicht der Dinge, indem sie ingenieur- und sozialwissenschaftliche Ansätze, Denkweisen und Methoden miteinander verbindet.

Unter Raumordnung wird heute ein systematisches Vorgehen zur Formulierung von Entscheidungsprämissen für künftige raumrelevante Handlungen auf der überörtlichen Ebene(transnational, national, landesweit und regional) verstanden. Zu den Aufgaben der Raumordnung gehören die Koordination der verschiedenen Nutzungsansprüche an den Raum, die Beförderung gleichwertiger Lebensverhältnisse in allen Teilräumen und die Erarbeitung von integrierten Strategien für eine nachhaltige Regionalentwicklung. Dies erfordert raumwissenschaftliches und planungsmethodisches Wissen, aber auch umfangreiches Wissen über regionale Strukturen und Entwicklungsprozesse und die Kenntnis wichtiger Theorieansätze zu ihrer Erklärung. Dieses klassische Kompetenzfeld der Planung wird heute zunehmend ergänzt durch Koordinations- und Moderationsaufgaben in offenen Planungsprozessen. Daher gehören auch Methoden zum Erkunden von Interessen und Meinungen, zum Informieren, Beteiligen und Kooperieren sowie Methoden und Techniken zur Gestaltung und Moderation von Gruppenarbeitsprozessen zu den elementaren Kompetenzen von Stadt-, Regional- und Landesplaner(inne)n.

 

Seit Etablierung des Studiengangs Raumplanung an der TU Dortmund ist die fundierte Ausbildung auf dem Gebiet derzusammenfassendenüberörtlichen Planung zur Entwicklung, Ordnung und Sicherung des Raumes ein Qualitätsmerkmal des Dortmunder Planungsstudiums im Wettbewerb mit den anderen deutschsprachigen Studienangeboten. Das querschnittsorientierte Fachgebiet Raumordnung und Planungstheorie übernimmt hierbei seit Jahren eine zentrale Rolle in der Fakultät Raumplanung, was u.a. an der hohen Zahl an Abschlussarbeiten deutlich wird, die von dem Fachgebiet betreut wurden. Die hervorragenden Kompetenzen der Dortmunder Absolventen auf dem Gebiet der überörtlichen Planung sind heute bundesweit anerkannt und haben dazu geführt, dass viele von ihnen in Landes-, Regional- und Kommunalverwaltungen, in privaten Planungsbüros oder in der Projekt- und Immobilienentwicklung eine Beschäftigung gefunden haben.

Das Fachgebiet Raumordnung und Planungstheorie vertritt das Lehrgebiet in seiner fachlichen Breite. Thematische Schwerpunkte sind die Darstellung der Raumordnung, Landes- und Regionalplanung in Deutschland, die europäische Raumentwicklungspolitik, der Umbau von Städten und Regionen im demographischen Wandel sowie Aspekte der Planungstheorie. Neben komplexen analytischen und methodischen Verfahren der räumlichen Planung und Strategieentwicklung werden auch methodische Kenntnisse im Bereich der empirischen Sozialforschung und der Gruppenmoderation vermittelt. Räumlich bildet Deutschland – und hier insbesondere Nordrhein-Westfalen – einen Schwerpunkt in der Lehre. Darüber hinaus werden auch Planungssysteme in anderen Staaten, insbesondere in Europa und Amerika, behandelt

Zentrales Lehrziel ist die praxisnahe Vermittlung von grundlegenden Kenntnissen der Raumanalyse und Raumplanung in Deutschland und Europa sowie des wissenschaftlichen Arbeitens. Die Studierenden sollen die historischen Zusammenhänge verstehen, die zur Ausprägung des heutigen Planungssystems geführt haben, und Grundkenntnisse der raumrelevanten Fachplanungen (insbesondere Landschaftsplanung, Strukturpolitik, Verkehrsplanungund Agrarstrukturplanung) besitzen. Außerdem sollen sie über vertiefte Kenntnisse ausgewählter Aspekte der räumlichen Planung (Aufbau und Wirkungsweise des Planungssystems, Instrumente und Verfahren der Landes- und Regionalplanung, rechtliche Grundlagen, informelle Instrumente, siedlungsstrukturelle und gesellschaftliche Rahmenbedingungen) verfügen und Planungsansätze und Vollzugsinstrumente (Planerische Stellungnahmen, Raumordnungsverfahren, Strategische Umweltprüfung, Wirkungsanalysen, Szenariotechniken, Evaluationsmethoden) auf verschiedenen räumlichen Ebenen (Kommune, Region, Land, Bund, Europa) überblicken. Schließlich sollen die Studierenden in die Lage versetzt werden, wesentliche Methoden zur Erarbeitung von räumlichen Plänen und Konzepten (planungsmethodische Grundlagen, Analyse-, Kreativitäts-, Strukturierungs-, Bewertungs- und Prognosemethoden) zu beherrschen und fähig sein, Problemstellungen der Raumordnung zu analysieren, Raumordnungspläne zu entwickeln und zu interpretieren sowie deren praktische Anwendung einzuschätzen.

Darüber hinaus wird das Augenmerk auch auf die Vermittlung von wesentlichen Grundlagen der Planungstheorie (Planung als technischer und politischer Prozess, Steuerungs- und Governancetheorien, Public Management, Kommunikative und pragmatische Planungstheorien u.a.m.) und die Kenntnis der Planungssysteme in anderen Staaten gelegt. Außerdem werden Techniken des Projektmanagements und der Strategieentwicklung in komplexen Organisationen sowie der zielorientierten Leitung und Moderation von Kommunikationsprozessen anwendungspraktisch vermittelt, so dass die Studierenden in die Lage versetzt werden, diese zur Bearbeitung praktischer Problemstellungen einzusetzen.