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Literaturbesprechungen

In regelmäßigen Abständen wird von den MitarbeiterInnen des Fachgebietes Raumordnung und Planungstheorie aktuelle und interessante Literatur rund um die Themen "Raum" und "Planung" besprochen und rezensiert. Die aktuellen Rezensionen finden sie an dieser Stelle, sämtliche bisher veröffentlichten Beiträge finden Sie im Archiv.

 

 

Book review: Bloom and Bust: Urban Landscapes in the East since German Reunification

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04.01.2016 – Book review: Bloom and Bust: Urban Landscapes in the East since German Reunification

Gwyneth Cliver, Carrie Smith-Prei (eds), Bloom and Bust: Urban Landscapes in the East since German Reunification, Berghahn Books: New York and Oxford, 2015; 276 pp.: 978 1 78238 490 8, £60.00/US$95.00 (hbk)

Anne Volkmann
TU Dortmund University, Germany

Since the fall of the Berlin Wall in 1989 and the subsequent reunification of Germany, the uniqueness of the East German experience has been the topic of discussion in many fields beyond urban studies. In social sciences, a research specialisation emerged under the name of Ostdeutschlandforschung (East German studies) that explored many different aspects of the structural change – or, as many may argue, the structural break (see Geißler, 1994). Herein, the economic, social, political, cultural, and spatial development in East Germany after reunification has been contextualised in a research tradition of transformation studies with the transformation process as its central research interest. Transformation also became a special interest in urban studies on East Germany with a strong bias towards the changes in the urban systems and landscapes. Initially driven by the housing market developments and the loss of inhabitants in the cities, contemporary spatial research tackles a variety of topics that emerge in East German cities and regions while eventually losing its explicit focus on East Germany. In their edited volume Bloom and Bust, German studies experts Gwyneth Cliver and Carrie Smith-Prei combine the angles of post-Wende transformation processes and urban phenomena in Eastern Germany from a cultural studies perspective. They argue that ‘the built landscape and spaces of the former GDR have become grounds on which the status of unified German identity, shared histories, and mythmaking can be negotiated’ (p. 2). From a cultural studies research tradition which is concerned with the construction of meaning in a variety of texts, the volume explores the narratives of Eastern German cities in order to read and interpret these urban ‘texts’ in the context of decline and stagnation, voids, transformation, resurrection and rejuvenation, as well as authenticity and nostalgia. Special attention is given to the smaller and second-order cities such as Quedlinburg, Frankfurt/Oder, Bad Sulza, Hoyerswerda, Erfurt and Eisenach which have been neglected so far by cultural studies scholars who, rather, focus on well-known places like Berlin and Dresden.

 

Fischer, Frank & Gottweis, Herbert (Hrsg.) (2012): The Argumentative Turn Revisited. Public Policy as Communicative Practice. (Durham: Duke University Press. 392 S.)

The Argumentative Turn Revisited

13.11.2013 – Mit der zunehmenden Krise technokratischer Planung in den 1970er Jahren widmeten sich zahlreiche planungswissenschaftliche Ansätze in den 1980er und 1990er Jahren einer stärkeren Partizipation unterschiedlicher Akteure in Planungsprozesse. Das Ziel lag in einer höheren Akzeptanz und damit Legitimation planerischer Entscheidungen sowie die Vermeidung von Konflikten um die räumliche Entwicklung, sichergestellt durch demokratische Entscheidungsfindungen. Während sich in Europa der Begriff des „communicative turn“ (dem in den Gesellschaftswissenschaften vielbeachteten „linguistic turn“ folgend) etablierte, waren die Diskussionen im angloamerikanischen Raum weitgehend durch die Bezeichnung „argumentative turn“ gekennzeichnet. Mit „The Argumentative Turn in Policy Analysis and Planning“ von Frank Fischer und John Forester erschien im Jahr 1993 dann auch ein vielbeachteter Sammelband zu diesem Thema, welches insbesondere planungswissenschaftliche Diskussionen nach wie vor prägt. Seitdem sind inzwischen 20 Jahre vergangen und die damals richtungsweisende Neuorientierung wurde in zahlreichen Forschungsansätzen sowohl theoretisch als auch praktisch weiterentwickelt sowie durch empirische Arbeiten reflektiert und angepasst. Was ist also geblieben vom „argumentative turn“? Dieser Frage widmen sich Frank Fischer und Herbert Gottweis in ihrem aktuellen Sammelband „The Argumentative Turn Revisited: Public Policy as Communicative Practice“ und wagen bereits in der Einleitung eine Antwort: Der Ansatz sei aktueller denn je, denn die als zunehmend komplex und unsicher wahrgenommene (Um)Welt mache konstruktivistische Politikanalysen und Planungsansätze dringend nötig. Mit der theoriegeleiteten Analyse verbinden die Autoren also gleichsam die Aufforderung an ein Programm progressiver Prozessgestaltung in Politik und Planung.

 

Brake, Klaus; Herfert, Günter (Hg.) (2012): Reurbanisierung. Materialität und Diskurs in Deutschland. (Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. 422 Seiten)

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04.03.2013 – Reurbanisierung ist seit nunmehr mehr als einem halben Jahrzehnt eines der am intensivsten in den Raumwissenschaften diskutierten Phänomene. Die Vielzahl an Publikationen zu diesem Thema ist fast nicht mehr zu überblicken. Der von Klaus Brake und Günter Herfert, jenen Autoren, die gut zehn Jahre zuvor bereits einen state of the art Band zum (vermeintlichen) Vorläufer- bzw. Gegentrend stadtregionaler Entwicklung – der Suburbanisierung – veröffentlicht haben, herausgegebene Sammelband fast den Stand der Diskussion fundiert zusammen. Ziel der Herausgeber ist es, zur „materiellen und theoretischen Fundierung eines Phänomens zwischen Beschwörung und Selbstverständlichkeit beizutragen.“ (S. 14)

 

LeBaron, Michelle (2002): Bridging Troubled Waters. Conflict Resolution from the Heart. (San Francisco: Jossey-Bass. 329 S.)

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29.03.2012 – Die anhaltende gesellschaftliche Ausdifferenzierung und Individualisierung führt vermehrt zu Raumnutzungskonflikten, die scheinbar immer häufiger auch räumliche Planungsprozesse bestimmen. Auffallend ist dabei die zunehmende Reichweite und Heftigkeit der Auseinandersetzungen (als Beispiele seien an dieser Stelle die „Waldschlösschenbrücke“ in Dresden und der Bahnhofsumbau „S-21“ in Stuttgart genannt). Vor diesem Hintergrund entwickeln und diskutieren die Planungswissenschaften seit bereits mehreren Jahrzehnten partizipative und kommunikative Ansätze und Verfahren mit dem Ziel einer besseren Integration betroffener Akteure und Interessen. Doch sind laut Michelle LeBaron neben den materiell-sachlichen und den kommunikativen Aspekten im Konfliktgeschehen die emotional-symbolischen Identitäts- und Meinungskonstruktionen der Beteiligten bisher noch zu wenig in den Blick genommen worden. Ohne sich dabei dezidiert einer gesellschaftstheoretischen Schule zuzuordnen, fokussiert ihr Buch „Bridging Troubled Waters. Conflict Resolution from the Heart“ aus diesem Grund auf die Dimension der Emotionen, Mentalitäten und Identifikations-Symboliken.

 

De Roo, Gert/ Porter, Geoff (eds.) (2007): Fuzzy Planning – The Role of Actors in a Fuzzy Governance Environment. Aldershot (UK), Ashgate Publishing Limited. (233 Seiten)

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25.08.2011 – Der Buchtitel des Sammelbandes „Fuzzy Planning“ sowie die einleitenden Zeilen der Herausgeber Geoff Porter und Gert de Roo umreißen die beiden Hauptanliegen des Buches:
„In this book we focus on the idea that the language of planning is full of fuzzy notions, concepts, doctrines, goals and visions. These are sources of uncertainty, which until now have been highly underestimated by planners. […] At the heart of our exploration of this theme, we present a tool – an actor consulting model – that is designed to address the fuzzy nature of planning.”